Konzept der Wissenschaftlichen Begleitung

Die Wissenschaftliche Begleitung ist angelegt als prozessbegleitende und unterstützende (formative) Evaluation.

Ausgehend von einem Naturalistic Approach (GUBA / LINCOLN 1981) darf angenommen werden, dass zielgerichtetes (Alltags-)Handeln immer auch bewertet, folglich evaluative Elemente jedem schulischen Entwicklungsprozess inhärent sind. Sie sind jedoch nur teilweise bewusstseinsfähig. Arbeitshandeln ist stark routinisiert. Nur so ist es der Komplexität der Aufgaben angemessen. Unterrichtende und erziehende Handlungssituationen sind extrem komplex, handlungssteuernde Signale kaum einer Beschreibung zugänglich (CARLE 1995, 42ff.; HACKER 1986, 347). So klagen Grundschullehrerinnen und -lehrer, dass sie förderungsrelevante Signale der Kinder über ihren Lernprozess während des Unterrichts nicht erkennen, wohingegen prozessdiagnostisch geschulte PädagogInnen ihr Handeln in bedeutsamem Umfang auf solche Signale stützen. Beides bleibt weitgehend unbewusst und daher einer gezielten Veränderung unzugänglich. Es bedarf daher eines Systems, welches die Bewusstmachung des Handels im schulischen Entwicklungsprozess unterstützt, nicht aber die notwendigen Routinen dadurch zu stark einschränkt (ARGYRIS / SCHÖN 1996; CARLE 1999a, 89).

Bleiben weite Teile des Entwicklungsprozesses im Veränderungsprozess unbewusst, so fallen in den Prozessprotokollen Beschreibungen typischer Probleme und der Erfahrungen bei ihrer Bewältigung dürftig aus, sind kaum bewertbar und nachvollziehbar.

In von uns begleiteten Forschungs- und Entwicklungsprojekten gleicht der Entwicklungsprozess einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess, der zwischen aktuellen Engpässen und dem Zielmodell hin- und herpendelt (CARLE 2000). Das wird sicherlich in den Kooperationsvorhaben im Rahmen des Projekts "Frühes Lernen: Kindergarten und Grundschule kooperieren" ebenso sein. Es ist nicht möglich, in einem komplexen Veränderungsprozess, alle diese Pendelbewegungen (Problembewältigungen / Weiterentwicklung der Zielmodelle) bewusst zu machen und zu protokollieren. Die wesentlichen lassen sich aber beschreiben.

Eine formative Evaluation im angestrebten Sinne ist vor allem dann geeignet, wenn daraus Schlüsse für die Verbreitung des Modells gewonnen werden sollen.

Zentrale Fragestellungen der wissenschaftlichen Begleitung
  • Welche strukturellen, pädagogischen und qualifikatorischen Veränderungen sind erforderlich, damit der Schulanfang in Bremen systematischer wird?

  • Wie können die Erfahrungen im Kernprojekt anderen zugänglich gemacht werden?

Entwicklungs-, Erhebungs- und Auswertungsmethoden

Die Wissenschaftliche Begleitung geschieht als formative Evaluation des gesamten Entwicklungsprojektes in Verbindung mit einer simultanen Prozessgestaltung, die von einem einzurichtenden Unterstützungssystem flankiert wird. Neben den üblichen qualitativen und quantitativen Forschungsmethoden werden vor allem neue komplexe Prozessgestaltungs- und -erhebungsmethoden eingesetzt.

Team der Wissenschaftlichen Begleitung:
Prof. Dr. Ursula Carle
Britta Bischoff
Barbara Berthold
Dipl. Soz. Päd. Annette Samuel

 

 
Dateien zum Download

Konzept Wiss. Begleitung
[Stand Mai 2003,
78,7 KB]

Konzept der virtuellen Zusammenarbeit
[Stand Dezember 2003, 286 KB]

Seminarunterlagen zur Nutzung des Intranets im Projekt:
a) Aufbau der Plattform und Einwahl
b) Nutzung der verschiedenen Funktionen (Anleitung)

Letzte Aktualisierung 12.11.2004 17:01
Prof. Dr. Ursula Carle - Universität Bremen - Fachbereich Erziehungs- und Bildungswissenschaften - Grundschulpädagogik